Werben für den Standort Reichelsheim

Mitgliederversammlung der CDU im Zeichen der finanziellen Entwicklung

„In den nächsten Jahren wird es finanziell eng“, prognostiziert CDU-Stadtverbandsvorsitzender Holger Hachenburger und ergänzt:  „Signifikante Mindereinnahmen werden den Haushalt deutlich ins Minus drücken und die Rücklagen von derzeit 700.000 Euro quasi im Nu pulverisieren. Dies gehöre angesichts der Kreativität umlaufender Wahlprogramme auch zur Realität. Während einer Mitgliederversammlung streifte der Bürgermeisterkandidat zudem die weitere Entwicklung der Neuen Mitte  und seinen Plan, das Thema Gewerbeansiedlungen zu forcieren.

Zuvor wählen die Mitglieder unter der Versammlungsleitung des 2. Kreisbeigeordneten Matthias Walther die Delegierten für die Parteitage zur Vorbereitung der Bundestagswahl. Die Liste wird geführt von Leon-Clemens Sehrt, Dennis Palmer und Dr. Erich Sehrt.

„Ich gehe davon aus, dass wir die anstehenden Projekte wie die Sanierung der Hauptstraße Heuchelheim oder die Maßnahmen Kita und Bürgerhaus Reichelsheim in welcher Variante auch immer stemmen können“, rückt Hachenburger den Fokus auf die Investitionsplanung, „wenn auch  nur durch Darlehensaufnahmen.“ Nicht nur die Pandemie reiße tiefe Löcher in die Kassen, zumal den Kommunen lediglich Gewerbesteuerausfälle kompensiert werden die Mindereinnahmen bei der Einkommensteuer schlagen stand heute voll zu Buche.

Ohne zusätzliche Hilfen, Förderprogramme oder Einsparpotenziale werde es schwer, „das wieder gerade zu biegen, geschweige denn neuen Projekte zu initiieren.“  Zudem müssten auslaufende Darlehen refinanziert und steigende Personalkosten aufgefangen werden. So sind ab 2023 Kita-Leiterfunktionen zu 75 Prozent gesetzlich freigestellt, an den Kosten für zusätzliche Mitarbeiter müsse sich der Gesetzgeber hingegen. Hachenburger: „Wer bestellt soll auch bezahlen.“

Auch neue Einnahmequellen durch die Entwicklung Gewerbegebiets in Weckesheim  sieht Hachenburger nur mittelfristig. Vor der Vermarktung der Grundstücke müsse die Straße gebaut werden. Es werde  keine Genehmigung geben, wenn die Zuführung über die Dorn-Assenheimer Straße erfolgt. Dennoch werde das Thema Entwicklung der Gewerbeinfrastruktur im Allgemeinen bei ihm Priorität an besitzen. „Das Werben für den Standort Reichelsheim, für ein auch grundsätzliches vermehrtes Angebot von Dienstleistungen wird mich vom ersten Tag an motivieren.“

Das Thema Neue Mitte wolle er schnellstmöglich abhaken. „Der Murks ist nun mal da, die verbleibenden zwei Grundstücke müssen bestmöglich vermarktet werden.“  Dabei werde er sich weiterhin für eine Wohnbebauung mit integrierten Läden einsetzen. Kritisch sehe er die Parkplatzsituation, das Ärztehaus passe zu keinem nachhaltig positiven Bauensemble. Vor einem sprudelnden Brunnen in einem schönen Ambiente zu sitzen, das sei durch eine für ihn nicht nachvollziehbare politische Entscheidung passe. Jetzt gelte es, pragmatisch zu denken, „und den kleinen Rest an verbliebener Kreativität zu nutzen.“ Eine kostendeckende Veräußerung sei ohnehin Fiktion, „der Zug ist mit einem Millionenverlust abgefahren.“

„Der Haushalt birgt große Risiken in sich“, prognostiziert Holger Hachenburger vor CDU-Mitgliedern und dem 2. Kreisbeigeordneten Matthias Walther.

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