„Mehr als Kaffee und Kräppel“

Senioren: Holger Hachenburger setzt auf bessere Vernetzung und Barrierefreiehit

„Mobilität im Alter wird in Reichelsheim eine wachsende Herausforderung“, sagt CDU-Bürgermeisterkandidat Holger Hachenburger. Das sei das Ergebnis einer Reihe von Gesprächen, die er in den letzten Wochen geführt habe. „Das Thema ist wirklich nicht neu, aber als ich in Dorn-Assenheim zu Beginn der Corona-Pandemie die Initiative Bürger helfen Bürgern ins Leben gerufen habe, ist mir das Thema präsenter als vorher“. Denn Handlungsfelder gebe es viele. „Seniorenpolitik ist mehr als Kaffe und Kräppel, gab mir ein Bürger in Beienheim mit auf den Weg ohne diese Angebote diskreditieren zu wollen.“, scherzt Hachenburger, „im Gegenteil, aber den Spruch hab ich mir gemerkt.“

Zunächst sei Reichelsheim aber gut aufgestellt. Die Nachbarschaftshilfe, der VdK oder die kirchliche Seniorenarbeit leisten mit unterschiedliche Schwerpunkten außergewöhnliches für den Zusammenhalt der Gemeinschaft. Auch könne wie das Beispiel des Sicherheitsberaters zeigt, auch auf die Expertise von Wetteraukreises oder Polizei zurückgegriffen werden. Zudem gebe es mit der Seniorenresidenz und der Sozialstation ein Angebot, welches viele Bürger in ihrer häuslichen oder zumindest städtischen Umgebung beläßt.

Die Initiative Bürger helfen Bürgern habe ihm gezeigt, dass sich in einem 1200-Einwohner-Dorf in kürzester Zeit 20 Helfer fanden, das Angebot aber spärlich in Anspruch genommen wurde. Das sei nicht nur ein perfektes Beispiel solidarischen Miteinanders, sondern zeige auch, dass die Vernetzung zu hilfsbedürftigen Personen noch immer engmaschig funktioniert.

Dennoch müsse Reichelsheim für die Zukunft gerüstet sein. Perspektivisch würden mehr Senioren alleine leben, Mobilität und lokale Versorgungsangebote rücken verstärkt in den Fokus. Teils sei es schwer, einen Arzt- oder Behördentermin wahrzunehmen. Bürger wünschten sich zudem individuelle Einkäufe im Supermarkt, gerne auch in Begleitung, die Abholung an der Haustür und die anschließende Rückkehr nach Hause eingeschlossen.

„Es stellt sich daher die Frage, ob und wie wir die aufgezeigte Seniorenarbeit besser vernetzen und auch das lokale Gewerbe in einen solchen Ansatz integrieren können“, sagt Hachenburger und ergänzt: „Was Lieferando und der Pizzabäcker um die Ecke können, muss trotz einzelner guter Ansätze auch vor Ort besser möglich sein.“

Diese Vernetzung gelte es zukunftsgerecht zu optimieren. Ob hierzu ein Seniorenbeirat zielführend ist, werde er ausloten: „Das kann man prüfen, jedenfalls sollten wir ein städtisches Seniorenkonzept konsolidieren, dass die Erfordernisse benennt und Handlungsoptionen aufzeigt. Dann werde man sehen, ob und was machbar sein. Ein solches Konzept soll auch einen Abschnitt Barrierefreiheit erhalten, zu dem er quasi täglich Hinweise erhalte. „Umso mehr ärgert es mich, dass gegen den Willen der CDU das Entwicklungskonzept Neue Mitte mit 40 barrierefreien Wohnungen an der Parlamentsmehrheit scheiterte.“

Alle Erfordernisse über die Stadt zu stemmen hält der CDU-Kandidat ohnehin für eine Illusion. Ich baue in Bezug auf die Senioren auf die Erfahrung und das Know How aller Vereine, Verbände und deren Akteure vor Ort. Reichelsheim werde in Zukunft vermehrt Engagierte brauchen, um älteren Menschen die Teilnahme an allen Angeboten zu ermöglichen. Er selbst werde mit gutem Beispiel vorangehen: „Ich werde Sprechstunden in den Stadtteilen einrichten und gerne auch persönlich vorbeikommen.“

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