Bessere Busverbindung zum Singberg

Herget-Umsonst und Hachenburger wollen überparteilich beste Lösung finden

Knapp 200 Schülerinnen und Schüler aus Reichelsheim besuchten im vergangenen Schuljahr die Singbergschule. „Mit der Einrichtung der gymnasialen Oberstufe 2015 verfügt die Singbergschule über alle Bildungsabschlüsse im öffentlichen Schulwesen“, erklärte Schulleiter Olaf Bogusch, der die beiden Kandidaten um das Bürgermeisteramt, Lena Herget-Umsonst und Holger Hachenburger in seinem Büro begrüßte und über den Schulcampus führte. Auf Initiative von Herget-Umsonst war es zu dem Vororttermin, an dem Thomas Gerlach für den Förderverein der Schule sowie Ulrike Anselm für den Elternbeirat ebenfalls teilnahmen, gekommen.  

„Die Singbergschule hat einen ausgezeichneten Ruf und genießt aufgrund ihrer Schulform und ihres Sport- und Musik-Angebotes einen starken Zuspruch. Was die Eltern der Schülerinnen und Schüler sich allerdings dringlich wünschen, ist eine bessere Anbindung zu dem Schulstandort“, sagte Herget-Umsonst. „Diesen Wunsch kann ich ganz klar und deutlich meiner Bürgerbefragung aus dem Frühjahr entnehmen“. Auch Hachenburger kennt die Anliegen der Eltern nur zu gut und verweist auf Umfragen, Initiativen über die VGO sowie Anfragen und Anträge seiner Partei in den drei Jahren.

„Wir sehen hier zwei Möglichkeiten: die eine ist, dass die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) die Anbindung verbessert und die andere, dass wir einen direkten Bustransfer über einen privaten Busunternehmer organisieren“, sind sich Herget-Umsonst und Hachenburger einig. Dabei gelte es zunächst die entstehenden Kosten zu ermitteln. „Auf jeden Fall sollte die Stadt Reichelsheim bei der Organisation und Koordination des Transfers unterstützen“, erläuterte Hachenburger. Herget-Umsonst hatte sich zuvor auf Anregung von Thomas Gerlach mit dem „Rockenberger Modell“ beschäftigt.

Eltern aus Rockenberg hatten vor acht Jahren in Abstimmung mit VGO und Schulleitung ein privates Busunternehmen mit dem Transfer ihrer Kinder aus drei Stadtteilen beauftragt. Pro Kind und pro Monat entstünden Kosten in Höhe von 50 Euro, die zu Zwei-Drittel zurückerstattet würden. „Wir wollen keineswegs die VGO übergehen, würden ein konstruktives Gespräch und konkrete Kostenberechnungen für eine bessere Anbindung unserer Stadtteile begrüßen, suchen aber parallel auch nach erfolgreichen Alternativ-Modellen“, erklärte Herget-Umsonst.  „Wir wollen es nicht bei diesem Austausch belassen, sondern das Heft des Handelns in die Hand nehmen“, kündigen Herget-Umsonst und Hachenburger an.  

Die beiden Bürgermeisterkandidaten haben einen gemeinsamen Antrag von CDU und SPD für die Stadtverordnetenversammlung am 24. September vorbereitet. In diesem Antrag wird der Magistrat beauftragt mit der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) sowie mit einem privaten Busunternehmen die Kosten für einen Bustransfer der Reichelsheimer Schülerinnen und Schüler direkt zur Singbergschule und zurück zu ermitteln. Dabei soll der Gesamtbedarf mit Fokus auf die derzeit eher schlecht angebundenen Stadtteile, wie Blofeld, Dorn-Assenheim und Heuchelheim gerichtet werden. Die Prüfung solle in enger Abstimmung mit der Schulleitung der Singbergschule, dem Förderverein der Wölfersheimer Schulen e.V. und mit den Vertretern der Elternschaft erfolgen. Das Ergebnis ist der Stadtverordnetenversammlung zur weiteren Beschlussfassung vorzulegen.

Da Reichelsheim zum Schulplanungsbezirk 11 Wölfersheim gehört, gab es bereits 2013 eine einstimmig gefasste Resolution zur Einrichtung der gymnasialen Oberstufe sowie einen Antrag zur Verbesserung der Anbindung aus 2018 und Hachenburgers jüngste Parlamentsanfrage im April 2020. Nun sei eine neue, überparteiliche Strategie möglich.

„Wir möchten nicht, dass eine unzureichende Busanbindung die Schulwahl beeinflusst. Schüler und Eltern sollen die Möglichkeit erhalten, sich für ihre Wunsch-Schulform entscheiden zu können“, sagten Herget-Umsonst und Hachenburger abschließend.

Gemeinsam für die Schüler an einem Strang ziehen: Holger Hachenburger, Elternbeirat Ulrike Anselm, Lena Herget-Umsonst, Schulleiter Olaf Bogusch und Thomas Gerlach vom Förderverein der Schule

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